Fast jeder Studiobetreiber hat irgendwann eine Offerte für eine eigene App auf dem Tisch. Die Zahl darauf ist meist fünfstellig, manchmal sechsstellig, und sie ist nur der Anfang. Dieser Artikel zeigt, was eine native App für ein Fitnessstudio wirklich kostet, welche Posten in der Offerte fehlen und wie die Rechnung aussieht, wenn du stattdessen eine White-Label-App unter deinem Namen nutzt.
Was eine native App kostet
Eine native App ist ein Programm, das für iOS und Android separat gebaut und über die App Stores verteilt wird. Für ein Fitnessstudio mit Trainingsplänen, Übungsvideos, Mitgliederlogin und Statistiken rechnen Schweizer Agenturen mit 26'000 bis 73'000 CHF. Die Spanne hängt davon ab, wie viele Funktionen du brauchst und ob die Agentur fertige Bausteine einsetzt oder alles neu schreibt.
Der Betrag setzt sich aus vier Teilen zusammen:
- iOS-App. Entwicklung für iPhone und iPad, inklusive Anpassungen an die Apple-Richtlinien.
- Android-App. Oft als zweites Projekt oder über ein Framework, das beide Plattformen abdeckt. Günstiger als zwei Apps, aber nicht gratis.
- Backend. Der Server, auf dem Mitglieder, Pläne, Videos und Trainingsdaten liegen. Ohne Backend ist die App eine Hülle.
- Design. Screens, Logo-Integration, Farben, Icons. Ein brauchbares App-Design kostet allein 3'000 bis 8'000 CHF.
Wer die Offerte liest, sieht meist nur diese vier Posten. Das Problem sind die anderen.
Die versteckten Kosten
Die Entwicklung ist der sichtbare Teil. Die laufenden Kosten sind der Teil, der Studios nach zwei Jahren überrascht.
Unterhalt: 15 bis 25 Prozent pro Jahr
Eine App ist nie fertig. Apple und Google veröffentlichen jedes Jahr neue Betriebssysteme, und bei jedem Release brechen irgendwo Dinge. Agenturen rechnen deshalb mit 15 bis 25 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr für Wartung, Updates und kleine Fehlerbehebungen. Bei einer 50'000-CHF-App sind das 7'500 bis 12'500 CHF jedes Jahr, ohne eine einzige neue Funktion.
App-Store-Gebühren und Review-Prozess
Für den Apple App Store brauchst du ein Entwicklerkonto für 99 USD pro Jahr, bei Google sind es einmalig 25 USD. Das klingt nach wenig, ist aber nicht der eigentliche Preis. Jede Version deiner App geht durch den Review von Apple, der Tage dauern kann und manchmal mit einer Ablehnung endet. Dann wartest du, und die Agentur verrechnet die Nacharbeit.
Hosting, Support, Datenschutz
Das Backend braucht einen Server, Backups und jemanden, der nachts reagiert, wenn er ausfällt. Dazu kommen Mitglieder, die sich nicht einloggen können, und Trainer, die eine Frage haben. Und das revidierte Datenschutzgesetz verlangt, dass Trainingsdaten sauber gespeichert, geschützt und auf Wunsch gelöscht werden. Wer das selbst betreibt, trägt die Verantwortung selbst. Mehr dazu im Artikel Datenschutz im Fitnessstudio.
Änderungswünsche
Nach dem Launch merkst du, dass die Supersätze fehlen, dass die Sitzhöhe am Gerät nicht gespeichert wird oder dass Mitglieder ihr Workout teilen wollen. Jede Änderung ist ein neues Mini-Projekt mit Offerte, Entwicklung, Test und Review. Ein durchschnittlicher Änderungswunsch kostet 1'500 bis 5'000 CHF.
Wie lange es dauert
Geld ist das eine, Zeit das andere. Von der ersten Offerte bis zur App im Store vergehen bei einem Agenturprojekt in der Regel drei bis sechs Monate. Ein typischer Ablauf:
- Wochen 1 bis 4: Anforderungen sammeln, Offerten vergleichen, Agentur auswählen.
- Wochen 5 bis 8: Design und Prototyp, mehrere Feedback-Runden.
- Wochen 9 bis 20: Entwicklung von Backend, iOS und Android.
- Wochen 21 bis 24: Tests, Fehlerbehebung, Einreichung in den Stores, Review.
In dieser Zeit musst du als Betreiber verfügbar sein: für Entscheidungen, Tests und Rückfragen. Das sind leicht 40 bis 80 Stunden deiner eigenen Arbeit, die in keiner Offerte stehen.
Die Alternative: White Label
White Label heisst: Die Software existiert bereits, du nutzt sie unter deinem Namen. Logo, Farben, Subdomain, alles sieht nach deinem Studio aus, aber Entwicklung, Hosting, Updates und Datenschutz liegen beim Anbieter. Bei RepX funktioniert das als Progressive Web App: Mitglieder öffnen einen Link, tippen auf «Installieren», und die App liegt auf dem Homescreen. Kein App Store, kein Review, kein Entwicklerkonto.
Die Kosten sind planbar und monatlich kündbar:
- Basic, 70 CHF im Monat: 10 Geräte, 30 Übungen, 30 Videos, eigene Subdomain. Das sind 840 CHF im Jahr.
- Pro, 190 CHF im Monat: 30 Geräte, 100 Übungen, 100 Videos, eigene Domain. Das sind 2'280 CHF im Jahr.
- Enterprise, 380 CHF im Monat: unbegrenzt, eigene Domain, für Ketten und grosse Studios.
Enthalten sind Trainingspläne mit Supersätzen und Zirkeln, QR-Codes an den Geräten, eigene Übungsvideos, Workout-Tracking, Muskel-Map und Statistiken. Jede neue Funktion kommt automatisch zu allen Studios, ohne Offerte und ohne Update im Store. Alle Details stehen auf der Preisseite.
Logo, Farben, Subdomain, Trainingspläne, QR-Codes und Statistiken. In unter einer Stunde eingerichtet, 14 Tage gratis, keine Kreditkarte.
Kostenvergleich über 3 Jahre
Die Tabelle rechnet mit einer nativen App für 50'000 CHF, 20 Prozent Unterhalt pro Jahr, Entwicklerkonten, Hosting und zwei Änderungswünschen pro Jahr. Für White Label sind die Listenpreise von RepX eingesetzt.
| Posten | Native App (Agentur) | White Label (RepX Basic) | White Label (RepX Pro) |
|---|---|---|---|
| Entwicklung einmalig | 50'000 CHF | 0 CHF | 0 CHF |
| Unterhalt und Updates, 3 Jahre | 30'000 CHF | inklusive | inklusive |
| Hosting und Backups, 3 Jahre | 3'600 CHF | inklusive | inklusive |
| Entwicklerkonten, 3 Jahre | ca. 320 CHF | entfällt | entfällt |
| Änderungswünsche, 3 Jahre | ca. 15'000 CHF | inklusive | inklusive |
| Abo, 3 Jahre | 0 CHF | 2'520 CHF | 6'840 CHF |
| Total nach 3 Jahren | ca. 99'000 CHF | 2'520 CHF | 6'840 CHF |
| Zeit bis zum Start | 3 bis 6 Monate | unter 1 Stunde | unter 1 Stunde |
Selbst wenn die Agentur deutlich günstiger ist als im Beispiel, bleibt der Unterschied ein Vielfaches. Eine Faustregel, die sich in der Praxis bewährt: Unter 500 Mitgliedern lohnt sich eine native App praktisch nie. Der Unterhalt frisst jeden Vorteil auf, bevor die App einen einzigen Zusatznutzen gebracht hat. Wie sich die verschiedenen Wege insgesamt unterscheiden, zeigt der Software-Vergleich für Studios.
Wann sich eine native App trotzdem lohnt
Es gibt Fälle, in denen die eigene Entwicklung die richtige Wahl ist. Sie sind selten, aber real:
- Du brauchst Funktionen, die es nirgends gibt. Etwa die Anbindung an eigene Trainingsgeräte, ein spezielles Reha-Protokoll oder eine Integration in ein Konzernsystem.
- Du hast ein IT-Team. Jemand im Haus betreut die App, kennt die Stores und reagiert bei Ausfällen. Ohne diese Person bist du dauerhaft von der Agentur abhängig.
- Das Budget ist über Jahre gesichert. Nicht nur die Entwicklung, sondern 10'000 bis 15'000 CHF jedes Jahr, auch wenn das Studio ein schlechtes Jahr hat.
- Die App ist das Produkt. Wenn du eine Trainings-App verkaufen willst statt ein Studio zu betreiben, ist eine eigene Entwicklung der richtige Weg.
Trifft keiner dieser Punkte zu, ist eine White-Label-App die vernünftige Wahl. Du bekommst das, was Mitglieder tatsächlich nutzen, unter deinem Branding, zu einem Preis, den ein einziges gehaltenes Mitglied deckt. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Live-Demo ohne Registrierung, und wer die App als Verkaufsargument einsetzen will, findet Ideen im Artikel Neue Mitglieder gewinnen.